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Gesellschafterdarlehen buchen: DATEV-Konten, Buchungssätze & Jahresabschluss

Marcus SmolarekMarcus Smolarek
2026-02-1113 min Lesezeit

So buchst du Gesellschafterdarlehen in DATEV, lexoffice und Co. — mit Kontierungsbeispielen, Zinsbuchungen und Bilanzausweis.

Gesellschafterdarlehen sind eine beliebte Finanzierungsform in der GmbH-Praxis — Gesellschafter gewähren ihrem Unternehmen Darlehen statt Eigenkapital einzuzahlen. Doch die korrekte Buchung und der Bilanzausweis sind komplex und fehleranfällig. Die falsche Kontierung kann zu Nachzahlungen beim Finanzamt führen, Prüfungsquoten erhöhen und bei verdeckten Gewinnausschüttungen (VGA) teure Konsequenzen mit sich bringen. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Gesellschafterdarlehen in DATEV, lexoffice und sevDesk richtig buchst — von der Auszahlung über Zinsen bis zum Jahresabschluss.

Warum korrekte Buchung von Gesellschafterdarlehen wichtig ist

Gesellschafterdarlehen unterscheiden sich rechtlich und bilanziell von Eigenkapitaleinzahlungen. Das Finanzamt unterscheidet streng zwischen einer echten Kapitalerhöhung und einem Darlehen — die Behandlung hat Auswirkungen auf:

  • Gewerbesteuererklarung: Darlehen beeinflussen nicht die Gewerbesteuer, sind aber zu offenbaren
  • Fremdkapitalquote und Kreditwürdigkeit: Banken prüfen die Bilanz genau
  • Zinsabzugsbeschränkungen (Zinsschranke): Zu hohe Finanzierungskosten können beschränkt werden
  • Verdeckte Gewinnausschüttung (VGA): Falsche Zinssätze führen zu Nachzahlungen
  • Bilanzaufstellung: Korrekte Abgrenzung kurzfristig/langfristig ist Pflicht
  • Prüfungssicherheit: Betriebsprüfer achten auf korrekte Gesellschafterdarlehen-Behandlung

Wenn du Gesellschafterdarlehen falsch buchst oder keine korrekten Darlehensverträge hast, kann das Finanzamt diese als verdeckte Eigenkapitaleinzahlungen (stillschweigende Schulderlass) oder sogar als VGA einstufen. Nutze immer einen schriftlichen Darlehensvertrag mit Zinssatz, Laufzeit und Tilgungsplan!

DATEV-Kontierungskonten für Gesellschafterdarlehen

In der DATEV-Standardkontenrahmen (SKR 03 und SKR 04) gibt es spezifische Konten für Gesellschafterdarlehen. Die Wahl des richtigen Kontos hängt davon ab, ob es sich um kurzfristige oder langfristige Darlehen handelt und ob du das Konto für laufende Buchungen oder für die Jahresabschlussabgrenzung brauchst.

KontoKontoname (SKR 03/04)VerwendungAktiv/Passiv
1560Darlehen von Gesellschaftern / GesellschafterinnenLangfristige Darlehen (Laufzeit > 12 Monate)Passiv
1590Darlehen von Gesellschaftern / Gesellschafterinnen (kurzfristig)Kurzfristige Darlehen (Fälligkeit ≤ 12 Monate)Passiv
2680Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenAlternative für nicht-klassifizierte kurzfristige VerbindlichkeitenPassiv
3800Zinsaufwendungen für DarlehenZinsabgrenzung zum JahresendePassive Rechnungsabgrenzung
4770Zinsen für Gesellschafterdarlehen (Aufwand)Laufende ZinsaufwendungenAufwand
2610Bank/KasseAuszahlung des Darlehens (Gegenkonto)Aktiv

SKR 03 und SKR 04 unterscheiden sich in der Kontogliederung, aber beide haben die Konten 1560 (langfristig) und 1590 (kurzfristig). Überprüfe, welchen Kontenrahmen deine Buchhaltungssoftware oder dein Steuerberater nutzt.

Buchungssätze: So buchst du Gesellschafterdarlehen richtig

1. Auszahlung eines Gesellschafterdarlehens

Wenn ein Gesellschafter der GmbH ein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung stellt und die GmbH es auf das Geschäftskonto überweist:

  • Soll: 2610 (Bank) — 50.000 Euro
  • Haben: 1560 (Darlehen von Gesellschaftern) — 50.000 Euro
  • Buchungssatz: Bank 50.000 / Gesellschafterdarlehen 50.000

Diese einfache Buchung dokumentiert, dass das Geld in die GmbH fließt, aber als Fremdkapital (Verbindlichkeit) behandelt wird, nicht als Eigenkapital.

2. Zinsabgrenzung auf Gesellschafterdarlehen (Zinsabgrenzung 31.12.)

Gesellschafterdarlehen sind meist verzinst. Die Zinsen müssen nach dem Abgrenzungsprinzip buchhalterisch erfasst werden — auch wenn sie noch nicht gezahlt sind. Beispiel: Ein Darlehen von 50.000 Euro mit 5 % Jahreszins lautet auf 2.500 Euro Jahresinteresse.

  • Soll: 4770 (Zinsen für Gesellschafterdarlehen) — 2.500 Euro
  • Haben: 3800 (Zinsaufwendungen abgegrenzt) — 2.500 Euro
  • Buchungssatz: Zinsaufwand 2.500 / Passive Rechnungsabgrenzung 2.500

Die passive Rechnungsabgrenzung (Konto 3800) wird dann in der Bilanz als Verbindlichkeit ausgewiesen. Im nächsten Jahr wird diese Abgrenzung aufgelöst.

3. Zahlung von Zinsen für Gesellschafterdarlehen

Wenn die GmbH die abgegrenzten Zinsen im nächsten Jahr zahlt (z. B. am 01.03.):

  • Auflösung Rechnungsabgrenzung:
  • Soll: 3800 (Passive Rechnungsabgrenzung) — 2.500 Euro
  • Haben: 2610 (Bank) — 2.500 Euro
  • Buchungssatz: Passive Rechnungsabgrenzung 2.500 / Bank 2.500

4. Tilgung (Rückzahlung) von Gesellschafterdarlehen

Wenn die GmbH das Darlehen (ganz oder teilweise) zurückzahlt, buchst du:

  • Teilrückzahlung von 20.000 Euro:
  • Soll: 1560 (Darlehen von Gesellschaftern) — 20.000 Euro
  • Haben: 2610 (Bank) — 20.000 Euro
  • Buchungssatz: Gesellschafterdarlehen 20.000 / Bank 20.000

Nach dieser Buchung ist die Darlehensschuld auf 30.000 Euro reduziert. Achte darauf, dass bei vollständiger Tilgung das Darlehenskonto null sein muss und ggfs. gelöscht wird.

Umgliederung kurzfristig/langfristig zum Jahresabschluss

Ein häufiger Fehler: Viele Buchhalter vergessen, langfristige Darlehen zu Jahresende umzugliedern. Wenn von einem Darlehen mit 5 Jahren Laufzeit im nächsten Jahr nur noch 1 Jahr läuft, muss es vom Konto 1560 (langfristig) zum Konto 1590 (kurzfristig) umgebucht werden.

  • Beispiel: Darlehen über 50.000 Euro mit Tilgung am 31.12.2027
  • Zum 31.12.2026 muss der fällige Anteil umgegliedert werden:
  • Soll: 1560 (langfristig) — Resttilgungsbetrag
  • Haben: 1590 (kurzfristig) — Resttilgungsbetrag

Dies ist wichtig für die Bilanzausweisung und die Berechnung der Kennzahlen wie Liquiditätsquoten. Investoren und Kreditgeber prüfen dies besonders genau. Mehr Details zur Bilanzausweis und Struktur findest du unter Verrechnungskonto.

Buchung in verschiedenen Softwarelösungen

Gesellschafterdarlehen in DATEV buchen

DATEV ist die Standardlösung für deutschsprachige Steuerberater und Finanzbuchhaltung. In DATEV SKR 03/04 folgt die Buchung exakt der Kontenrahmen-Logik. Du navigierst zu "Belegerfassung" → "Allgemeine Geschäftsvorfälle" und verwendest die Konten 1560/1590 für das Darlehen und 4770 für Zinsen.

  • Vorteil: Vollständige Abgrenzung und JA-Vorbereitung
  • Nachteil: Erfordert Verständnis des SKR und richtiger Kontenrahmen-Auswahl
  • Tipp: Nutze DATEV Vorlagefunktion (Buchungsvorlagen) für wiederkehrende Buchungen

Gesellschafterdarlehen in lexoffice buchen

lexoffice ist eine Cloud-Buchhaltung für kleine und mittlere Unternehmen. Dort erstelle einen Lieferanten oder Geschäftspartner namens "Gesellschafter [Name]" und buche die Darlehensbewegungen wie normale Zahlungsvorgänge. lexoffice arbeitet intern mit SKR 03, sodass die Kontierungen korrekt erfolgen, wenn du die richtigen Konten auswählst.

  • Schritt 1: Geschäftspartner → "Gesellschafter [Name]" anlegen
  • Schritt 2: Rechnung/Beleg erfassen mit Konto 1560/1590
  • Schritt 3: Zahlungsausgang buchen und mit Beleg abgleichen
  • Vorteil: Automatische Kontierung und benutzerfreundlich
  • Nachteil: Weniger Flexibilität als DATEV

Gesellschafterdarlehen in sevDesk buchen

sevDesk ist ebenfalls eine Cloud-Lösung mit automatischer Kontierung. Du erstellst einen Geschäftspartner "Gesellschafter" und erfasst Darlehen als Belege. sevDesk nutzt SKR 04 intern. Der Prozess ist ähnlich wie lexoffice, sevDesk hat aber erweiterte Reporting-Funktionen für Darlehensanalysen. Mehr zu sevDesk und anderen Alternativen findest du unter Accounting-Tools.

Typische Buchungsfehler und ihre Folgen

In der Praxis sehen wir wiederholt die gleichen Fehler bei der Buchung von Gesellschafterdarlehen:

FehlerBeschreibungFolge für die GmbHVermeidung
Darlehen als Eigenkapital gebuchtBuchung auf Konto 1000 (Stammkapital) statt 1560Falsches Kapitalverhältnis, Prüfungsrisiko, Gewerbesteuer betroffenNur Kapitalerhöhung bucht man auf Eigenkapital. Darlehen gehören zu Konto 1560/1590
Keine ZinsabgrenzungZinsen erst buchen, wenn sie gezahlt werdenFalsche Periodenabgrenzung, Jahresabschluss nicht bilanzfähigNach HGB § 252 Abs. 1 MUST Abgrenzung erfolgen. Zinsaufwand = Zinsabgrenzung
Falsche Zinssätze oder keine DokumentationZinssätze zwischen Gesellschafter und GmbH nicht dokumentiertFinanzamt kann VGA unterstellen, Nachzahlungen + StrafzinsenDarlehensvertrag mit angemessenem Zinssatz (typischerweise 3-6%)
Darlehen wird als Gewinnausschüttung behandeltAuszahlung ohne RückzahlungsversprechenSteuerliche Neubewertung als Gewinnausschüttung, GewerbesteuerSchriftlich dokumentierter Darlehensvertrag
Fehlende UmgliederungLangfristige Darlehen werden nicht zu kurzfristigen umgegliedertBilanzfälschung, falsche Kennzahlen, PrüfungsrisikoZum 31.12. jeden Jahres: Jahresfälligkeit auf Konto 1590 umbuchen

Bilanzausweis und Jahr-Ende-Checklist

Zum Jahresabschluss (31.12.) müssen Gesellschafterdarlehen korrekt in der Bilanz ausgewiesen werden. Das ist nicht nur buchhalterisches Handwerk, sondern eine Rechtspflicht. Eine falsche Bilanz kann zu Bußgeldern bis 250.000 Euro führen (HGB § 331).

  • In der Bilanz auf der Passivseite:
  • — Langfristige Darlehen (Konto 1560) unter "Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern"
  • — Kurzfristige Darlehen (Konto 1590) unter "Kurzfristige Verbindlichkeiten"
  • — Abgegrenzte Zinsen (Konto 3800) unter "Passive Rechnungsabgrenzung"
  • — Offenlegung im Anhang: Laufzeit, Zinssatz, Besicherung

Nutze diese Checkliste für dein Jahr-Ende-Reporting zu Gesellschafterdarlehen:

  • ☐ Darlehensverträge prüfen: Schriftliche Verträge für alle Darlehen vorhanden?
  • ☐ Kontenabstimmung: Stimmen die DATEV-Konten 1560/1590 mit deinen Unterlagen überein?
  • ☐ Tilgungsplan: Sind Tilgungen und Zinszahlungen gemäß Plan erfolgt?
  • ☐ Zinsabgrenzung: Alle Zinsen für 2026 abgegrenzt (Konto 3800)?
  • ☐ Umgliederung: Wurden fällig werdende Teile von 1560 zu 1590 umgebucht?
  • ☐ Valuta & Datumsabgrenzung: Sind alle Buchungen zeitlich korrekt (1.1.–31.12.)?
  • ☐ Bilanzausweis: Werden Darlehen und Zinsen korrekt ausgewiesen?
  • ☐ Anhang-Offenlegung: Sind Laufzeiten und Zinssätze dokumentiert?
  • ☐ Steuerberater-Abgleich: Stimmt deine Buchung mit der Jahresabschluss-Vorlage überein?

Tipp für digitale Buchhaltung: Richte dir eine Wiederholungsbuchung für die jährliche Zinsabgrenzung ein. Viele Buchhaltungssoftware-Lösungen unterstützen automatische wiederkehrende Buchungen — das spart Zeit und reduziert Fehler.

Brücke zu verwandten Themen

Gesellschafterdarlehen sind eng mit anderen GmbH-Finanzierungsfragen verwoben. Wenn du dich mit Darlehenskonten beschäftigst, solltest du auch diese verwandten Themen verstehen:

Fazit

Die korrekte Buchung von Gesellschafterdarlehen ist eine Grundfertigkeit in der GmbH-Buchhaltung. Nutze die Konten 1560 (langfristig) und 1590 (kurzfristig) in DATEV, behandle Zinsen nach dem Abgrenzungsprinzip und führe zum Jahresabschluss die notwendigen Umgliederungen durch. Mit den richtigen Buchungssätzen, einer klaren Dokumentation und einer konsistenten Jahresabschluss-Checkliste ist das Risiko von Prüfungsfehlern minimal. Nutze deine Buchhaltungssoftware (DATEV, lexoffice, sevDesk) korrekt und arbeite eng mit deinem Steuerberater zusammen — dann schaffst du eine sichere finanzielle Grundlage für deine GmbH.

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Hinweis: Finance Stacks ist keine Finanzberatung. Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine professionelle Beratung durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Finanzberater.