Techstars Berlin Accelerator: Programm, Bewerbung, Finanzierung und Erfahrungen
Alles zum Techstars Berlin Accelerator: Bewerbungsprozess, Deal-Konditionen und finanzielle Vorbereitung.
Techstars Berlin Accelerator: Der komplette Leitfaden für Gründer
Der Techstars Berlin Accelerator gehört zu den wichtigsten Startup-Förderprogrammen in Deutschland. Seit seiner Gründung hat das Programm Hunderte von Startups beim Wachstum unterstützt, signifikante Investitionen mobilisiert und eine lebendige Gründer-Community in Berlin gestärkt. Für Gründer, die ihr Startup auf die nächste Ebene bringen möchten, stellt ein Techstars-Platz eine transformative Gelegenheit dar. Aber was genau bietet das Programm? Wie bewirbt man sich? Und wie bereitet man sich finanziell vor?
In diesem umfassenden Leitfaden untersuchen wir alle Aspekte des Techstars Berlin Accelerators. Wir schauen uns das Programmmodell an, erläutern die Bewerbungsanforderungen, analysieren die Deal-Konditionen und helfen dir, dich finanziell auf die drei intensiven Monate vorzubereiten. Egal ob du gerade anfängst oder kurz davor stehst, deine Bewerbung einzureichen – dieser Leitfaden ist dein umfassendes Nachschlagewerk.
Was ist Techstars und warum Berlin?
Techstars ist ein globales Netzwerk von Startup-Acceleratoren mit Programmen in über 50 Städten weltweit. Anders als traditionelle Venture-Capital-Firmen konzentriert sich Techstars auf Mentorship-Unterstützung für Startups in frühen Phasen. Das Unternehmen bietet nicht nur Kapital, sondern verbindet Gründer mit erfahrenen Mentoren, etablierten Unternehmern und einem weltweiten Netzwerk von Investoren.
Berlin ist der perfekte Standort für einen Techstars-Hub. Die Stadt hat sich zu einem globalen Zentrum für Innovationen entwickelt, mit einer durchschnittlichen Bewertung der europäischen Tech-Startups, die in den letzten Jahren um 300 % gestiegen ist. Techstars Berlin zieht Gründer nicht nur aus Deutschland an, sondern auch aus ganz Europa und der ganzen Welt. Das Programm fällt in die Kategorie der 'mentorengesteuerten' Acceleratoren, wo der Fokus auf Wissen, Netzwerk und Mentorship statt rein auf Kapital liegt.
Das Techstars-Modell: Mentorship-getriebene Beschleunigung
Das Kernmodell von Techstars basiert auf einem einfachen Konzept: Gründer brauchen mehr als nur Geld. Sie brauchen Mentorship, Anleitung und Zugang zu erfahrenen Unternehmern, die bereits Startups erfolgreich aufgebaut haben. Das Techstars-Modell besteht aus drei Grundpfeilern: Finanzierung, Mentorship und Community.
Im Finanzierungspfeiler stellt Techstars typischerweise 120.000 Euro zur Verfügung – genug, um ein kleines Team für drei Monate zu versorgen, ohne Gründer zum Verkauf von zu viel Eigenkapital zu zwingen. Der Mentorship-Pfeiler ist das Herzstück: Teilnehmer haben Zugang zu einem Netzwerk von Hunderten erfahrenen Mentoren, von denen viele selbst erfolgreiche Gründer sind. Der Community-Pfeiler verbindet dich mit anderen Gründerteams, und schafft ein Unterstützungssystem, das über das Programm hinausgeht.
Dieses Modell unterscheidet sich fundamental von reinen Kreditprogrammen oder staatlichen Förderungen wie KfW-Darlehen. Während diese Optionen Kapital bereitstellen, fehlt oft die intensive operative Unterstützung und das Netzwerk, das Techstars bietet.
Programmstruktur: Die 13-Wochen-Intensivphase
Das Techstars-Berlin-Programm dauert 13 Wochen – intensiv, schnelllebig und transformativ. Die typische Struktur folgt einem bewährten Schema, das über die Jahre optimiert wurde.
Wochen 1-4 konzentrieren sich auf Grundlagen: Ideenvalidierung, Marktforschung, Geschäftsmodellentwicklung. Du arbeitest mit deinem Mentor zusammen, um sicherzustellen, dass deine Gründungshypothesen solide sind. Dies ist auch die Zeit, in der viele Gründer ihre frühe Kundenakquisition beginnen.
Wochen 5-8 konzentrieren sich auf Produktentwicklung und den Product-Market-Fit. Das Ziel hier ist es, einen Prototyp oder MVP (Minimum Viable Product) zu bauen, mit echten Kunden zu testen und schnelle Iterationen zu machen. Das Mentoring intensiviert sich, und du erhältst Feedback von vielen verschiedenen Mentoren und potenziellen Nutzern.
Wochen 9-13 sind die Go-to-Market-Phase. Du konzentrierst dich auf Kundenakquisition, auf die Vorbereitung auf den Demo Day und auf die Gespräche mit Investoren. Diese Phase ist entscheidend, da sie den Übergang vom Accelerator zur eigenständigen Finanzierungsfähigkeit darstellt.
Das Programm gipfelt im Demo Day, einem hochkarätigen Event, bei dem Techstars-Startups vor zahlreichen Investoren, Corporate-Partnern und Medienvertretern ihre Pitch-Decks zeigen. Der Demo Day ist oft ein Katalysator für Folgefinanzierungen und Geschäftsmöglichkeiten.
Deal-Konditionen: Die finanzielle Vereinbarung
Die finanziellen Konditionen sind ein kritischer Aspekt des Techstars-Programms. Typischerweise bietet Techstars Berlin etwa 120.000 Euro in bar gegen 6 % Eigenkapital. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Konditionen Richtwerte sind – sie können je nach Entwicklungsphase, Marktposition und Team variieren.
Die 6 % Eigenkapitalquote sind als Standard-Investitionsvertrag strukturiert, was bedeutet, dass Techstars als Investor mit anderen frühen Investoren auf derselben Basis behandelt wird. Das ist vorteilhaft, da es keine 'Senior' oder 'Preferred' Strukturen gibt, die deine Verwässerung erhöhen. Die 120.000 Euro werden typischerweise in zwei Tranchen ausgezahlt: eine sofortige Tranche bei Programmstart und eine zweite Tranche beim Demo Day, sofern die Fortschritte auf Kurs sind.
Die Konditionen von Techstars sind branchenweit bemerkenswert transparent. Der Fokus liegt auf der Unterstützung von Gründerteams mit realistischen Beträgen, um 13 Wochen zu überstehen, nicht auf der Maximierung der Eigenkapitalquote des Investors.
Ein oft übersehener Aspekt ist die Bedeutung dieser Finanzierungskonditionen für deine Gründungsstruktur. Mit 120.000 Euro und 6 % Eigenkapital-Verwässerung kannst du deinen Kapitalmaximierungsprozess planen. Dies ist ein strategischer Vorteil gegenüber anderen frühen Finanzierungsquellen, die oft höhere Eigenkapitalquoten verlangen oder weniger transparente Konditionen haben.
Der Bewerbungsprozess: Timeline und Anforderungen
Der Bewerbungsprozess für Techstars Berlin folgt einem standardisierten Kalender. Typischerweise öffnet sich die Bewerbungsrunde im Frühjahr, mit Antragsschluss im Mai oder Juni. Die Selektion erfolgt dann zwischen Juni und Juli, und das Programm startet im Herbst desselben Jahres.
Die Bewerbung selbst ist relativ unkompliziert. Du benötigst: eine kurze Gründungsbeschreibung (5-10 Sätze), Informationen über das Gründerteam, eine Skizze deines Geschäftsmodells und deine Finanzierungsziele. Techstars verzichtet bewusst auf umfangreiche Geschäftspläne oder ausgefeilte Pitch-Decks in der ersten Runde. Stattdessen suchen sie nach Anzeichen von Unternehmergeist, Problemverständnis und Teamchemie.
Das Auswahlverfahren besteht typischerweise aus drei Runden: Online-Bewerbung, Videointerview und persönliches Interview in Berlin. In der ersten Runde werden etwa 20-30 % der Bewerber ausgewählt. Nach dem Videointerview verringert sich die Zahl auf etwa 5-10 %. Die finalen persönlichen Interviews bestimmen die etwa 10-15 Startups, die in das Programm aufgenommen werden.
Bereite dich auf detaillierte Fragen zu deinem Marktverständnis, deinem Wettbewerbsvorteil und deiner Umsatzprognose vor. Mentoren und Investoren bei Techstars wollen wissen, dass du dein Geschäft wirklich verstehst, nicht nur eine gute Idee hast.
Vergleich: Techstars Berlin vs. andere Acceleratoren in Deutschland
Berlin und Deutschland haben mehrere renommierte Accelerator-Programme. Es ist wichtig zu verstehen, wie sich Techstars von den Alternativen unterscheidet, um die beste Wahl für deine Gründung zu treffen.
| Accelerator | Investition | Eigenkapital | Dauer | Fokus | Kohortengröße |
|---|---|---|---|---|---|
| Techstars Berlin | 120.000 EUR | 6 % | 13 Wochen | Mentorship & Netzwerk | 10-15 |
| EXIST Gründerstipendium | 934 EUR/Monat Team | 0 % | 12 Monate | Forschung & Entwicklung | Variabel |
| Accelerator Plug and Play | Variabel | 3-6 % | 12 Wochen | Corporate Partnerships | 20-30 |
| SpinLab | 50.000 EUR | 5-10 % | 12 Wochen | Deep Tech & Hardware | 8-12 |
| Entrepreneur First | Eigenkapital-Struktur | 10-15 % | 3-4 Monate | Team-Formation | 50+ |
| APX (Axel Springer Accelerator) | 100.000 EUR | 7,5 % | 12 Wochen | Media & Publishing | 15-20 |
Wie die Tabelle zeigt, bietet Techstars eine ausgewogene Kombination aus Kapital, angemessener Eigenkapitalquote und intensivem Mentorship-Fokus. Das Programm unterscheidet sich von EXIST (kostenlose Förderung, aber länger und forschungsorientiert), von Entrepreneur First (deutlich höherer Eigenkapitalanteil, aber Fokus auf Team-Formation) und von APX (Corporate-orientiert mit höherem Eigenkapital).
Für viele Gründer ist die Wahl zwischen Techstars und einem staatlichen Programm wie EXIST eine strategische Entscheidung. Während EXIST keine Eigenkapitalverwässerung bedeutet, bietet Techstars einen schnelleren Netzwerkaufbau und intensivere operative Unterstützung. Viele erfolgreiche Gründer kombinieren beide: Sie sichern sich EXIST-Förderung vor oder während des Techstars-Programms.
Finanzielle Vorbereitung: Die richtige Planung für 13 Wochen
Eine häufige Frage von Gründerteams ist: 'Sind die 120.000 Euro genug?' Die Antwort hängt von deinem Geschäftsmodell, der Teamgröße und deinen spezifischen Ausgaben ab. Laut Techstars sollte die Finanzierung gerade für eine kleine Gruppe ausreichen, um intensiv am Produkt zu arbeiten und ein MVP zu bauen, ohne von der Suche nach zusätzlichen Mitteln abgelenkt zu werden.
Eine typische Budgetverteilung für 13 Wochen und ein Team aus 3-4 Personen sieht etwa so aus: Fixkosten (Büro, Software, Cloud-Services) 20.000-30.000 EUR, Lohn/Stipendien für Gründer 60.000-70.000 EUR (wenn du selbst nicht komplett unbezahlt arbeiten möchtest), Marketing und Customer Acquisition 15.000-20.000 EUR, und Rücklagen/Puffer 10.000-20.000 EUR.
Es ist entscheidend, eine detaillierte Cashflow-Prognose zu erstellen. Dies ist nicht nur für Techstars relevant, sondern auch ein kritischer Fitnesscheck für jedes Startup. Mit einer klaren Laufzeitprojektion kannst du sicherstellen, dass du nicht vor Ende des Programms Geldprobleme bekommst und dass du danach mit einer gesunden Finanzposition starten kannst – entweder mit eigenen Einkünften, zusätzlicher Finanzierung oder einer Kombination davon.
Unterschätze nicht die Burn Rate deines Teams, besonders wenn es unbezahlte oder unterbezahlte Gründer umfasst. Viele Teams berichten, dass sie während des Accelerator-Programms ihre ursprünglichen Budgetpläne anpassen mussten. Ein Puffer von 20-30 % ist klug.
Cap Table Management und Verwässerung verstehen
Die Techstars-Investition ist nicht die erste Verwässerung, die du verwalten musst, aber sie ist signifikant. Die 6 % Eigenkapitalquote fließen in deine Kapitalstruktur ein und beeinflussen die zukünftigen Verwässerungen bei Folgefinanzierungen. Dies ist ein kritisches Thema, das viele Gründer unterschätzen.
Vor dem Eintritt ins Techstars-Programm solltest du eine saubere und einfache Kapitalstruktur haben. Dies bedeutet typischerweise: eine Aktiengesellschaft (GmbH oder AG), Gründer-Anteile, und möglicherweise ESOP-Optionen für zukünftige Mitarbeiter. Es ist während dieser Phase nicht der ideale Zeitpunkt, mit komplizierten Multi-Class-Share-Strukturen zu experimentieren.
Verstehe auch die langfristigen Implikationen. Nach der Abgabe von 6 % an Techstars wirst du bei einer typischen Series-A-Finanzierung um 20-30 % verwässert (abhängig von Pre-Money-Bewertung). Das bedeutet, dass dein Anteil vom Gründungstag bis zur Series A von 100 % auf etwa 50-55 % sinken wird. Dies ist normal und erwartet, aber es ist wichtig, das explizit zu verstehen und zu akzeptieren, bevor du dich bewerbst.
Nach dem Programm: Follow-on Funding und Netzwerk
Das echte Geschäft beginnt, nachdem die 13 Wochen vorbei sind. Der Demo Day ist kein Abschluss – es ist ein Beginn. Techstars-Alumni haben Zugang zu einem weltweiten Netzwerk von Investoren, VCs und strategischen Partnern, das weit über den unmittelbaren Demo-Day-Buzz hinausgeht.
Die Vorteile des Techstars-Programms in Bezug auf Follow-on-Finanzierung sind beeindruckend. Techstars Berlin Alumni haben Zugang zu den Techstars-Netzwerk-Fonds, zu VCs, die Techstars-Unternehmen bevorzugen, und zu Corporate-Investoren, die spezifisch nach Techstars-Alumni suchen. Darüber hinaus profitieren viele Alumni von Vorstellungen bei Investoren, die durch Mentoren und ehemalige Programm-Manager erleichtert werden.
Das Netzwerk ist eine dauerhafte Ressource. Auch Jahre nach dem Programm haben Gründer Zugang zu Techstars-Mentoren, zu anderen Alumni und zu dem etablierten Support-System. Das ist einer der wertvollsten und oft übersehenen Aspekte des Programms.
Steuerliche Implikationen für deutsche Startups
Es gibt mehrere wichtige steuerliche und regulatorische Fragen, die mit dem Techstars-Programm verbunden sind, besonders für deutsche und EU-basierte Gründer. Diese sollten früh mit deinem Steuerberater geklärt werden.
Erstens: Die Techstars-Investition ist steuerpflichtiges Kapital, nicht als Zuschuss oder Stipendium strukturiert. Das bedeutet, dass es keine Einkommensteuer auf die Investition selbst gibt (es ist Kapital, kein Einkommen), aber es beeinflusst deine Kapitalstruktur und zukünftige Gewinnverteilungen. Zweitens: Wenn du gleichzeitig ein EXIST-Stipendium oder KfW-Darlehen hältst, gibt es keine automatischen Konflikte, aber du musst die Konditionen sorgfältig abgleichen, um sicherzustellen, dass du nicht gegen Exklusivitätsklauseln verstößt.
Konsultiere einen auf Startup-Steuerrecht spezialisierten Berater. Die Kombination von Techstars-Kapital, potenziellen Stipendien und zukünftigen Finanzierungsrunden hat komplexe steuerliche Auswirkungen, die eine spezifische Planung erfordern.
Drittens: Die Eigenkapitalzurückhaltung bei Gewinnauszahlungen ist relevant. Techstars hat kein Mitspracherecht bei Dividendenpolitik, aber als Investor erwarten sie, dass Gewinne in Wachstum reinvestiert werden, nicht als Dividenden ausgeschüttet. Dies ist in der Venture-Finanzierung implizit enthalten, daher ist es ein wichtiger Punkt, den du verstehen solltest.
Alumni-Erfolgsgeschichten: Das Potenzial des Programms
Die Kraft des Techstars-Programms wird am besten durch die Erfolgsgeschichten seiner Alumni demonstriert. Während viele der bekanntesten Techstars-Unternehmen aus den USA stammen (SolarCity, ClassPass, Sphero), hat Techstars Berlin auch beeindruckende europäische Erfolge hervorgebracht.
Zu den Beispielen für Techstars-Berlin-Alumni zählen Unternehmen, die später von Großkonzernen übernommen wurden, unabhängig profitable Unternehmen und Unternehmen, die mehrere Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen haben. Das gemeinsame Merkmal: Die Alumni profitieren massiv vom Mentorship während des Programms und vom fortlaufenden Netzwerk-Zugang danach.
Ein typischer Alumni-Erfolg sieht so aus: Ein Team betritt Techstars mit einer groben Idee und wenig Marktvalidierung. Nach 13 Wochen intensivem Mentoring haben sie ein MVP, erste Kunden oder Nutzer, und ein klares Verständnis ihres Geschäftsmodells. Beim Demo Day stellen sie sich VCs vor, gewinnen Interesse, und sichern sich eine Seed-Finanzierung (typischerweise 500.000 bis 2 Mio. EUR) innerhalb weniger Monate nach dem Programm.
Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung
Basierend auf Interviews mit Techstars-Mentoren und akzeptierten Gründerteams gibt es einige klare Tipps, die deine Bewerbungschancen erhöhen.
Erstens: Zeige echtes Verständnis des Problems, das du lösen willst. Techstars-Mentoren wollen nicht nur hören, dass du eine Idee hast; sie wollen wissen, dass du tiefe Kundengespräche geführt hast, das Interesse am Markt getestet hast und verstehst, warum deine Lösung über bestehende Alternativen hinausgeht. Dies ist der Unterschied zwischen einer 'Nice-to-have-Lösung' und einer 'Must-have-Lösung'.
Zweitens: Investiere Zeit in dein Team. Techstars investiert in Gründer-Teams, nicht nur in Ideen. Eine heterogene Gruppe (in Hintergrund, Fähigkeiten, Erfahrung), mit starken persönlichen Bindungen und komplementären Fähigkeiten, wird bevorzugt gegenüber einem brillanten Einzelnen.
Drittens: Sei transparent über deinen Anfängerstatus. Gründer mit viel Startup-Erfahrung aus vorherigen Gründungen werden geschätzt; aber Gründer mit ehrlichen, spezifischen Fragen zu ihrem Weg werden auch positiv angesehen. Zeige, dass du bereit bist zu lernen und dich schnell anzupassen.
Viertens: Klare finanzielle Prognosen. Bereite detaillierte 13-Wochen-Cashflow-Prognosen vor, zusammen mit langfristigeren (12-24 Monate) Roadmaps. Dies zeigt, dass du seriös über die Skalierbarkeit deines Geschäftsmodells denkst.
Verbindung mit anderen Fördermöglichkeiten
Techstars muss nicht dein einziger Weg zu Finanzierung und Unterstützung sein. In der Tat kombinieren erfolgreiche Gründer oft mehrere Fördermöglichkeiten strategisch. Zum Beispiel: Während Techstars die intensive operative Unterstützung und das Mentorship bietet, können staatliche Programme wie EXIST und KfW kostenlose oder zinsgünstige Kapitalzufuhr bedeuten, ohne zusätzliche Eigenkapitalverwässerung.
Eine intelligente Strategie ist: Bewirb dich für EXIST während oder vor Techstars (EXIST hat längere Vorlaufzeiten). Die EXIST-Förderung deckt Grundkosten während des Techstars-Programms, während Techstars-Kapital für Marketing, Customer Acquisition und spezifische Investitionen in das Produkt reserviert wird. Dies multipliziert deine verfügbaren Ressourcen ohne die Eigenkapital-Verwässerung zu erhöhen.
Erstelle eine umfassende Finanzierungsstrategie, die Techstars, EXIST, KfW-Darlehen und mögliche Angel-Investoren umfasst. Sorge dafür, dass es keine Konflikte in den Konditionen gibt – insbesondere keine Exklusivitätsklauseln, die dich von anderen Finanzierungsquellen abhalten.
Finanzielle Tools für Startup-Gründer
Während du den Techstars-Bewerbungsprozess durchläufst und dich für das Programm vorbereitest, benötigst du solide Tools für das Finanzmanagement. Insbesondere benötigst du ein System für Cashflow-Projektionen, Budgetplanung und laufende finanzielle Analyse. Tools wie Qonto, Finom und finban sind bei deutschen Startups beliebt für Buchhaltung, Finanzplanung und Echtzeit-Cashflow-Überwachung.
Der Grund, solche Tools früh einzuführen, ist doppelt: Erstens helfen sie dir während der Bewerbungsphase, genaue Finanzprognosen zu erstellen. Zweitens hast du, wenn du angenommen wirst, bereits ein System für tägliche Finanzüberwachung, was während des schnelllebigen Programms entscheidend ist. Keine Überraschungen kurz vor dem Demo Day – du wirst genau wissen, wo du finanziell stehst.
Neben Finanztools brauchst du auch ein solides System für Metriken-Tracking. Du solltest einfach tracken können: Burn Rate, Runway, Monthly Recurring Revenue (MRR), Customer Acquisition Cost (CAC) und Lifetime Value (LTV). Diese Metriken werden nicht nur für deinen Erfolg im Techstars-Programm kritisch, sondern auch für zukünftige Investorengespräche.
Die richtige Finanzierungsstrategie aufbauen
Eine umfassende Finanzierungsstrategie für einen Gründer, der sich für Techstars bewirbt, muss mehrere Szenarien erwägen. Was passiert, wenn du ins Programm kommst? Wie musst du dich finanziell vorbereiten? Was ist dein Plan für die Zeit nach Techstars – ein Folgefonds, andere Angel-Investoren, oder organisches Wachstum?
Diese Szenarien erfordern detaillierte Finanzplanung. Wenn du bei Techstars aufgenommen wirst, solltest du bereits wissen, wie du die 120.000 Euro handhaben wirst. Wenn du nicht akzeptiert wirst – und viele Gründer werden nicht akzeptiert – sollte dein Plan ein Backup für andere Finanzierungsquellen oder ein Bootstrap-Modell enthalten, das dein Geschäft ohne externe Finanzierung am Leben erhält.
Ein Fehler, den viele Gründer machen, ist es, ihre Finanzierungsstrategie zu verengern und zu stark auf Techstars zu hoffen. Eine robustere Strategie betrachtet Techstars als eine ideale Option, nicht als die einzige. Dies gibt dir mehr Verhandlungskraft, weniger Stress bei der Bewerbung und ein gesunderes Geschäft insgesamt, wenn Alternativen gefragt sind.
Fazit: Der Weg zum Techstars-Erfolg
Der Techstars Berlin Accelerator ist eines der wertvollsten Förderprogramme für europäische Startups. Mit 120.000 EUR an Kapital, 6 % Eigenkapital, intensivem Mentorship und Zugang zu einem globalen Investoren-Netzwerk bietet das Programm eine transformative Chance für Gründer, die bereit sind, es zu nutzen.
Der Bewerbungsprozess ist wettbewerbsintensiv, aber durchaus machbar. Der Schlüssel ist Vorbereitung: Validiere dein Problem durch echte Kundengespräche, baue ein starkes Team auf, beherrsche dein Geschäftsmodell und plane deine Finanzierung sorgfältig. Wenn du diese Elemente zusammen hast, erhöhst du nicht nur deine Chancen auf Akzeptanz – du positionierst dich für Erfolg während des Programms.
Bedenke, dass Techstars nicht das Ende ist – es ist ein Anfang. Die Gründer, die das meiste aus dem Programm herausholen, sind diejenigen, die nach den 13 Wochen hartnäckig Folgefinanzierung suchen, ihre Mentoren weiter einbinden und das Netzwerk nutzbar machen, das sie aufgebaut haben. Mit dieser Mentalität wird Techstars ein wichtiger Katalysator für Startup-Erfolg sein.
Für weitere Ressourcen über Gründungsförderung und Finanzplanung, schaue dir unsere Guides zu Gründungsmitteln und KfW-Finanzierung, wie man einen Businessplan schreibt, Liquiditätsplanung vor Finanzierungsrunden und Revenue-basierte Finanzierung als Alternative an.
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